Für jeden Zweck das richtige Fernglas

Für jeden Zweck das  richtige Fernglas

Wer sich ein neues Fernglas anschaffen möchte, hat die Qual der Wahl. Denn das Angebot an Ferngläsern ist riesig. Besonders Beobachtungs-Einsteiger wissen häufig nicht, welches Fernglas das richtige für sie ist. Ferngläser fürs Trekking sind anders gebaut als die zur Tierbeobachtung. Bei der Wahl eines geeigneten Fernglases ist es daher ein guter Weg, zunächst den Einsatzbereich festzulegen und anhand dessen ein Fernglas auszusuchen, das die individuellen Anforderungen erfüllt.

Vogel- & Tierbeobachtung

Für die Natur-, Tier- oder Vogelbeobachtung eignen sich vor allem Ferngläser mit hoher Farbtreue. Beim Kauf kann man dabei auf spezielle Low-Dispersion-Gläser achten, die die Abbildung besonders detailreich und plastisch erscheinen lassen. Die Vergrößerung sollte im Bereich von 8- bis 10-fach liegen. Der Objektivdurchmesser sollte 30-50 mm groß sein. Für Einsteiger empfiehlt sich ein 10x42 Fernglas. Durch den Objektivdurchmesser von 42 mm wird eine gute Helligkeit erzielt. Bei häufigen Beobachtungen im Dämmerlicht sollte außerdem auf eine hohe Lichtstärke geachtet werden. Die Austrittspupille sollte idealerweise zwischen 3 und 5 mm betragen. Wer Tiere auch in der Bewegung einfangen möchte, sollte zudem ein Fernglas mit großem Sehfeld (über 100 m auf 1000m ) wählen.

Wandern & Trekking

Bei Bergtouren und Wanderungen spielen vor allem Gewicht und Größe des Fernglases eine wichtige Rolle. Ein leichtes Fernglas mit geringen Abmessungen ist hier erste Wahl. Ein angenehmes Wanderfernglas sollte etwa 200 bis 500 Gramm wiegen. Besonders praktisch sind Faltferngläser, die dank ihrer kompakten Bauweise in jede Westentasche passen. Darüber hinaus sollte das Fernglas Outdoor-tauglich, also wetterfest und robust, sein. Ferngläser mit stabilem Gehäuse und Gummierung sind optimal vor Stößen und Stürzen geschützt. Für den Einsatz in allen Wetterlagen sollte das Fernglas wasserfest sein und über eine Stickstofffüllung verfügen, die das Beschlagen der inneren Optik bei Höhen- und Temperaturunterschieden verhindert. Der Vergrößerungsbereich sollte zwischen 8- und 10-facher Vergrößerung liegen. Bei höheren Vergrößerungen lässt sich das Bild nur schwer ruhig halten. Der Objektivdurchmesser sollte zwischen 20 und 32 mm betragen. Ein größerer Frontlinsendurchmesser erhöht zwar den Lichteinfall, geht aber zulasten des Gewichts.

Jagd

Das ideale Jagd-Fernglas ist robust und lichtstark. Gerade bei ungünstigen Witterungen wie bei Regen, Nebel oder Dämmerung sind Jäger auf gute Sicht angewiesen. Für den Einsatz bei schlechten Lichtverhältnissen sollte die Austrittspupille deshalb bei mindestens 4 mm liegen. Ein Frontlinsendurchmesser von mindestens 42 mm sorgt für die nötige Lichtmenge. Auf dem Ansitz empfiehlt sich zudem ein großes Sehfeld. Auf der Pirsch ist eine 8-fache Vergrößerung hingegen ausreichend. Hierbei spielt auch das Gewicht eine Rolle und sollte nicht mehr als 800 Gramm betragen. In jedem Fall sollten Jagdgläser druckwasserdicht sein.

Urlaub & Reise

Ob Städtetrip oder Aktiv-Urlaub – auf Reisen müssen Ferngläser echte Allrounder sein. Für Backpacker und Reisende mit Handgepäck ist natürlich das Gewicht ausschlaggebend. Es sollte maximal bei etwa 500 Gramm liegen. Um architektonische Merkmale oder die künstlerische Gestaltung einer Deckenmalerei genauestens betrachten zu können, eignen sich Ferngläser mit 10-facher Vergrößerung und ein kurzer Nahpunkt. Wer Urlaub am Wasser macht, sollte darauf achten, dass das Fernglas wasserdicht ist. Ferngläser mit Gummierung liegen nicht nur gut in der Hand, sondern sind auch vor Stößen und Stürzen geschützt.

Segeln

Auf hoher See kommen spezielle Marineferngläser zum Einsatz. Selbstverständlich müssen diese in erster Linie wasserdicht sein. Da der Wellengang das natürliche Verwackeln aus der Hand verstärkt, sollte die Vergrößerung zwischen 7- und 8-fach liegen. Bei höheren Vergrößerungen wird es schwer, das Bild stabil zu halten. Empfehlenswert sind Ferngläser mit Porroprismen-Bauform. Sie neigen weniger zum Wackeln und liefern ein räumlicheres Bild. Der Objektivdurchmesser beträgt im Idealfall 40 bis 50 mm. Die Austrittspupille sollte 4 mm nicht unterschreiten. Ebenfalls wichtig ist ein großes Sehfeld, das mindestens 120 m auf 1000 m betragen sollte. Navigationshilfen wie ein integrierter Kompass oder eine Strichplatte zur Entfernungseinschätzung sind das I-Tüpfelchen.

Sportveranstaltungen

Beim Sport geht es in hohem Tempo hin und her. Statt den Kopf ständig drehen zu müssen, um das Geschehen zu verfolgen, empfiehlt sich ein Fernglas mit Weitwinkeloptik, das ein besonders großes Sehfeld abbildet. Die Wahl sollte zudem auf ein kompaktes und leichtes Modell fallen, das sich einfach verstauen lässt. Für Outdoor-Sportveranstaltungen wie Pferde- oder Autorennen, Golf oder Luftfahrtschauen eignen sich Ferngläser mit 8- bis 10-facher Vergrößerung. Für den Einsatz im Stadion sollte eine kleinere Vergrößerung (5- bis 8-fach) gewählt werden.

Theater & Konzert

Opern- und Theatergläser vereinen Eleganz und Seherlebnis. Als praktisches Accessoire verfügen sie über eine geringe Vergrößerung, die in der Regel 3x beträgt. Der Objektivdurchmesser sollte 25 mm nicht überschreiten, da die Gläser sonst zu sperrig sind. In dieser Kombination sind Theater- und Operngläser besonders leicht. Sie sollten nicht mehr als 250 Gramm wiegen. Für Open-Air Konzerte und Festivalbesuche im Freien eignen sich auch Ferngläser mit höherer Vergrößerung (bis 6-fach), da bei Tageslicht nur eine geringe Lichtstärke nötig ist.

Astronomie

Ein Fernglas für die Astronomie muss zuvorderst über einen gewissen Objektivdurchmesser verfügen. Dieser sollte mindestens 50 mm betragen, damit möglichst viel Licht einfallen kann. Die Austrittpupille sollte 5 mm nicht unterschreiten. Wer Sternbilder im Ganzen betrachten möchte, sollte eine geringe Vergrößerung von 7- bis 8-fach wählen. Um aber Details auf einzelnen Himmelskörpern erkennen zu können, muss die Vergrößerung bei mindestens 10-fach liegen. Da die Temperaturen bei Nacht oft stark sinken, sollte das Glas stickstoffgefüllt sein, um ein Beschlagen der Linsen zu vermeiden. Das Gewicht spielt eine untergeordnete Rolle, da in der Regel ein Stativ zum Beobachten verwendet wird. Eine Stativbefestigung ist daher unbedingt notwendig.

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