Outdoor-Fotografie: Erinnerungen festhalten

Outdoor-Fotografie: Erinnerungen festhalten

Ob eine atemberaubende Kulisse, ein prächtiges Farbenspiel oder Begegnungen mit der Tierwelt – wer im Freien unterwegs ist, bekommt so einiges zu sehen. So schön die Erinnerung auch ist, manche Momente möchte man einfach festhalten und später noch einmal anschauen. Mit diesen Tipps knipsen Sie die schönsten Motive in der Natur.

Raumwirkung

Vordergrund macht Bild gesund – klingt platt, funktioniert aber erstaunlich gut. Ein interessanter Vordergrund verleiht Fotos nicht nur mehr Räumlichkeit, Tiefe und Plastizität, sondern lenkt auch den Blick des Betrachters. Blumen, Gräser, Moospolster, Steine, Baumstämme oder Wegmarkierungen eignen sich hervorragend, um sie scharf oder unscharf im Bildvordergrund zu platzieren und dem Bild dadurch mehr Dynamik zu verleihen. Kurze Brennweiten ziehen die Landschaft quasi auseinander: Nahe Objekte wirken größer, weit entfernte Objekte hingegen kleiner. Das Gegenteil erreicht man, indem man statt einer kurzen eine lange Brennweite (Tele) wählt. Sie staucht das Bild zusammen, verkürzt Entfernungen und rückt Objekte näher aneinander. Gerade für Alpinfotografien wird dieser Effekt gerne genutzt.

Bildkomposition

Auch wenn Kreativität häufig der entscheidende Faktor beim Fotografieren ist, sind schöne Bilder auch deshalb ein Hingucker, weil sie einen harmonischen Bildaufbau aufweisen. Einer der wichtigsten Grundsätze der Bildkomposition ist der Goldene Schnitt. Dabei teilen zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien das Bild in neun Rechtecke. Bei vielen Kameras lassen sich diese Gitternetzlinien auch auf dem Kameradisplay anzeigen. Positioniert man nun Hauptmotiv und im Idealfall auch andere bildwichtige Elemente auf einer dieser Linien oder – noch besser – auf einem der Kreuzungspunkte, entsteht eine besonders ausgewogene Bildkomposition, die viel Harmonie und Stabilität ausstrahlt. Wer hingegen Dynamik erzeugen möchte, sollte auch auf diagonale Linien im Bild achten, z.B. Pfadspuren, Bachläufe oder Bergsilhouetten. Am meisten Gestaltungskraft erzeugt eine solche Linie, wenn sie einer Bildecke entspringt und von dort aus zum Hauptmotiv führt oder aber aus dem Bild herausführt.

Perspektiven

Auch die Perspektive ist ein wichtiges Gestaltungselement in der Fotografie. Wer seine Kamera beim Fotografieren immer nur im Stand auf Augenhöhe hält und aus Zentralperspektive „draufhält", erzeugt nur wenig Spannung. Ein Motiv aus einer anderen Perspektive zu fotografieren, ergibt manchmal ein komplett anderes Bild. Wer beispielsweise Tiere fotografiert, sollte sich auf ihre Augenhöhe begeben. Dazu einfach in die Hocke gehen oder sich auch mal auf den Boden legen. Diese Position hebt sich aber auch bei anderen Motiven von der Masse ab. Ebenso lassen Frosch- und Vogelperspektive die Szenerie entlang eines Weges abwechslungsreicher erscheinen. Auch Reflexionen in Bergseen und Gewässern sind tolle Motive. Wählt man eine ausgefallene Perspektive, kann es oft auch hilfreich sein, den Abstand zum Objekt zu verändern.

Tageszeit

Die schönsten Bilder entstehen selten zur Mittagszeit. Das grelle, steil von oben einfallende Licht verursacht flaue, wenig dreidimensionale Bilder ohne Tiefe. Von 11 bis 15 Uhr sollte der Auslöser deshalb ruhen. Die ideale Fotozeit herrscht in den Morgen- und Abendstunden, wenn die Sonne lange Schatten wirft. Besonders die „Goldene Stunde" kurz nach Sonnenaufgang bzw. kurz vor Sonnenuntergang verleiht Bilder einen ganz besonderen Glanz. Die „Blaue Stunde" kurz vor Sonnenaufgang bzw. kurz nach Sonnenuntergang taucht die Landschaft außerdem in ein blau-violettes Licht, was vor allem in Verbindung mit komplementären, gelben Lichtern eine reizvolle Atmosphäre schafft. Wer in der Dämmerung fotografiert, sollte die Belichtungsautomatik der Kamera ausschalten und Blende sowie Verschlusszeit manuell einstellen – sonst wird das Bild zu hell. Das schwache Licht zur blauen Stunde erfordert zudem längere Belichtungszeiten und verwackelt schnell. Alternativ zu einem Stativ kann hier eine Kamera mit Bildstabilisator nützlich sein.

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