Ausnahmebedingungen:

Wie Tiere und Pflanzen in extremen Höhen überleben

Wie Tiere und Pflanzen in extremen Höhen überleben

Beim Bergsteigen in großen Höhen sind wir oft harten Bedingungen ausgesetzt: Kälte, Wind und steinige Abhänge. Während wir uns jedoch mit spezieller Kleidung und Ausrüstung vor der Witterung schützen können, sind die Tiere und Pflanzen den Bedingungen oft schutzlos ausgesetzt. Sie haben spezielle Anpassungsstrategien entwickelt, um in diesen Höhen überleben zu können.

Eisige Höhen – Überleben mit speziellen Strategien "Je höher, desto kälter" heißt die einfache Formel für das Leben im Hochgebirge. Diese Tatsache macht ein Überleben für die Bewohner dieser Region nicht gerade leicht. Vor allem für die Pflanzen. Während Mensch und Tier immer noch den Vorteil haben, dass sie ihren Standort und damit ihre Umgebung verändern können, müssen sie andere Wege finden, um diesen unwirtlichen Bedingungen zu trotzen. Je höher, desto spärlicher der Bewuchs und umso spezialisierter die Anpassungsstrategien der Pflanzen. Die Natur ist erfinderisch.

Einige Pflanzen schützen sich vor extremer Kälte, indem sie das Wasser aus den Zellen in Zellzwischenräume transportieren. Dieser Schutzmechanismus ist dazu da, damit bei Frost keine lebenswichtigen Strukturen geschädigt werden. Eine weitere Strategie ist, Zucker und Alkohole in die Zellen einzulagern, und damit den Gefrierpunkt sehr stark zu senken. Das Stängellose Leimkraut ist ein Paradebeispiel für Tieftemperaturspezialisten. Während des Winters sterben seine Blätter und Blüten ab. Nur kleine Teile im Zentrum der Pflanze bleiben grün, aus denen die Pflanze im Frühjahr wieder wächst.

Wer im Gebirge hoch hinaus will, bekommt sie zu spüren: Starke Winde und auch Stürme heulen um die Gipfel und steilen Felswände. Um diesem luftigen Angriff nicht schutzlos ausgeliefert zu sein, ducken sich die Pflanzen regelrecht an den Berg: Kleinwüchsigkeit vermindert die Angriffsfläche.

Mit dickem Fell und Winterschlaf durch die kalte Jahreszeit

Viele Tiere könnten in den Bergen gar nicht überleben, weil das Klima viel zu rau für sie wäre. Sie würden frieren und nicht genügend Nahrung finden.

Es gibt aber Tiere, die sich gerade unter diesen Bedingungen wohl fühlen - zum Beispiel Steinböcke. Sie leben am liebsten in der felsigen und kargen Gebirgslandschaft und ernähren sich vorwiegend von Gräsern und Kräutern. Im Winter haben sie ein dickes, langes Winterfell, das sie vor der Kälte schützt.

Doch nicht nur mithilfe eines Fells schützen sich die Tiere: Wenn die Temperaturen im Winter fallen, beginnen einige Tiere wie das Murmeltier Winterschlaf zu halten. Sie setzen ihre Körpertemperatur herab und verlangsamen ihre Körperfunktionen. So sparen sie Energie und können von den Fettreserven zehren, die sie sich den Sommer über angelegt haben. Murmeltiere sind außerdem sehr soziale Tiere, im Winter schmiegen sie sich eng aneinander und optimieren so den Wärmehaushalt. Im Schutz der Gruppe fällt die Überwinterung um einiges leichter.

Themenarchiv