König der Alpen: Der Steinbock

König der Alpen: Der Steinbock

Im November endet die Brunftzeit der Hirsche, wer aber trotzdem ein königliches Tier beobachten möchte, muss nur etwas weiter in den Süden Deutschlands fahren. Denn im Hochgebirge Südbayerns kann man im Winter mit etwas Glück Steinböcke bei der Brunft beobachten. Aber nicht nur in Bayern sind die Steinböcke zu sehen. Der Alpensteinbock ist im gesamten Gebiet der Alpen zu finden: Von Deutschland, über Italien und die Schweiz bis nach Frankreich.

Majestätische Tiere

Der kraftvolle Alpensteinbock, welcher bis zu 100kg schwer werden kann und dessen Hörner bis zu einen Meter lang werden, gehört ohne Zweifel zu den majestätischsten Tieren der Zentralalpen. Er ist mit seinem dicken Fell perfekt an die rauen klimatischen Bedingungen der Hochgebirgsregion angepasst. Seine hervorragende Kletterfähigkeit, welche die der Gämse noch übertrifft, hat der Steinbock seinen tiefgespaltenen und beweglichen Hufen zu verdanken.

Im Winter in den Bergen

Steinböcke sind äußerst robust und hart im Nehmen. Trotz eisiger Temperaturen und garstigen Winden bleiben sie auch im Winter in den Bergen. In einer Höhe von 1500 bis zu 3000 Metern suchen sie sich einen geeigneten Platz, möglichst an einem schneearmen, steilen Südhang mit etwas dichterem Pflanzenbewuchs. Denn dort finden sie auch während der kalten Jahreszeit noch einigermaßen nahrhafte Gräser zum Fressen.

Ein faszinierendes Schauspiel: Rivalenkämpfe

Im Vorfeld der Brunft im November und Dezember messen die männlichen Steinböcke ihre Kräfte. Mit ihrem schweren Gehörn tragen die Steinböcke kleinere und größere Gefechte untereinander aus. Dabei bäumen Sie sich auf und prallen mit den Schädeln krachend aufeinander und kämpfen bis zur Erschöpfung. Danach steht der Status in der Gruppe fest. Zur Paarung kommt meist nur der ranghöchste Bock, der seine Konkurrenten bezüglich Körpergröße und Hornlänge übertrifft.

Steinböcke in der Natur beobachten

Viele begeisterte Naturfreunde wünschen sich, einmal einen Steinbock in freier Wildbahn zu sehen. Spezielle Touren, geführt von Wildtierexperten können diesen Wunsch erfüllen. Diese gibt es beispielsweise im Allgäu oder in der Schweiz. Aber auch ohne Tour kann man Steinböcke an manchen Orten erspähen. Denn durch den fehlenden Jagdtrieb sind Sie nicht sehr scheu und lassen sich leicht beobachten. Da man jedoch eine gewisse Distanz zu den Tieren wahren sollte, ist es sinnvoll ein Fernglas und ein Teleobjektiv für die Kamera mitzunehmen.

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