Sehenswerte Sternwarten in Deutschland

Sehenswerte Sternwarten in Deutschland

Wenn die Dunkelheit hereinbricht, geht an so manchem Ort in Deutschland merkwürdiges vor: Dächer schieben sich von Gebäuden und Kuppeln öffnen sich. Darunter haben sich Menschen zusammengefunden, die ein ganz bestimmtes Interesse verbindet: der Sternhimmel. Oder, genauer gesagt, die Himmelskörper unseres Sonnensystems und unserer Galaxis. Um sie beobachten zu können, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt und leistungsstarke Teleskope vorhanden sein. Traditionell befinden sich Sternwarten an abgelegenen, lichtarmen Orten, doch auch in den Großstädten wurden Lösungen zur Sternbeobachtung gefunden.

Hamburger Sternwarte Bergedorf

Diese Sternwarte blickt bereits auf eine über 100-jährige Geschichte zurück, war sie doch bei ihrer Gründung im Jahr 1912 die modernste Anlage der Welt. Die Gebäude sind heute denkmalgeschützt und noch immer können Besucher hier die Geheimnisse des Alls kennenlernen. Das Gelände ist am Wochenende (Sa. & So. 10 bis 18 Uhr) geöffnet. Wer möchte, kann an einer der offenen Führungen teilnehmen. Im Winterhalbjahr findet an jedem ersten Mittwoch im Monat eine Führung mit Sternbeobachtung an den Teleskopen statt. Verschiedene Sonderveranstaltungen und Vorträge runden das Programm ab.

Sternwarte Sankt Andreasberg

Ein faszinierender Geheimtipp: Die höchst gelegene Sternwarte Norddeutschlands liegt mitten im Nationalpark Harz. Wenn hier nichts zu sehen ist, liegt es definitiv nicht an Lichtverschmutzung, denn der Ort zählt zu den dunkelsten Regionen Deutschlands. Da ist es kein Wunder, dass die Milchstraße oder gar die Andromeda-Galaxie an vielen Tagen schon mit bloßem Auge zu sehen sind. Die Betreiber setzten sich von Anfang an stark für Barrierefreiheit ein und wollen die Einrichtung künftig zur ersten vollständig barrierefreien Sternwarte in Deutschland ausbauen. Das nächste Astrowochenende mit Vorträgen und Beobachtungen findet am 04. und 05. Januar 2019 statt.

Sternwarte Sonneberg

Immerhin 638 Meter hoch liegt diese Sternwarte in Thüringen. Jeden Samstag gibt es eine öffentliche Beobachtung des Sternenhimmels, bei der die Besucher die Mondkrater, die Ringe des Saturn und andere Wunder des Weltalls bestaunen können. Bei sehr gutem Wetter zeigen sich auch Kugelsternhaufen oder Planetarische Nebel. Täglich um 15 Uhr (außer an Montagen) findet eine Führung durch die Sternwarte statt.

Wilhelm-Foerster-Sternwarte Berlin

Neben dem Zeiss-Großplanetarium gibt es in Berlin noch zwei weitere interessante Ziele für Sterngucker: Da ist zum einen die Wilhelm-Foerster-Sternwarte, die 1963 gegründet wurde und den Bewohnern West-Berlins als Volkssternwarte dienen sollte. Neben der klassischen Himmelsbeobachtung gibt es hier 360-Grad-Shows, Live-Vorträge, Lesungen, Musikshows und mehr zu erleben.

In der Idylle des Treptower Parks liegt außerdem die Archenhold-Sternwarte. Sie ist die älteste und größte Volkssternwarte Deutschlands und beherbergt eine ganz besondere Sehenswürdigkeit. Hier befindet sich nämlich das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt. Das „Treptower Riesenfernrohr" wurde 1896 gebaut und beeindruckt mit 21 Metern Brennweite. Der Gigant wiegt insgesamt 130 Tonnen und wird verständlicherweise auch „Himmelskanone" genannt.

Bayerische Volkssternwarte München

Diese Einrichtung liegt etwas außerhalb von München und lockt jedes Jahr mehr als 25.000 Besucher an. Ein besonderes Highlight ist die Beobachtungsplattform in 35 Metern Höhe. Sie ist 300 Quadratmeter groß und beherbergt in zwei Kuppeln und zwei Schutzhütten die fest installierten Teleskope. Bei großem Besucherandrang stehen den Besuchern weitere, transportable Geräte zur Verfügung. Die reguläre Abendführung findet von Montag bis Freitag um 20 Uhr statt. Ein reizvoller Bonus ist der weite Blick über die Stadt München und, bei gutem Wetter, sogar bis zu den Alpen.

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