Der richtige Umgang mit Ferngläsern

Der richtige Umgang mit Ferngläsern

Ferngläser sind unter anderem deshalb so faszinierend, weil ihre Handhabung recht simpel ist. Sie sind Präzisionsinstrumente und können dennoch nach wenigen Handgriffen auch von einem Kind benutzt werden. Außerdem halten gute Geräte einiges aus, sie sind strapazierfähig und können überall mit hingenommen werden. Trotz all der Einfachheit gibt es aber auch ein paar Fehler, die sich in die Anschaffung und Handhabung eines Fernglases einschleichen können. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir vier Dinge zusammengetragen, die sie beim Umgang mit Ihrem Gerät beachten sollten.

Zu hoher Vergrößerungsfaktor

Ein wichtiger Aspekt eines Fernglases ist der Vergrößerungsfaktor. Er gibt an, wie viel näher ein Objekt erscheint, wenn man es durch das Glas betrachtet. Jedes Modell hat eine Zahl wie beispielsweise 8x42. Die erste Zahl gibt den Vergrößerungsfaktor an, die zweite den Linsendurchmesser. In diesem Beispiel würde man ein 80 Meter entferntes Objekt also so sehen, als wäre es zehn Meter entfernt (80 m : 8 = 10 m). Ein unerfahrener Käufer wird nun vielleicht den Schluss ziehen, dass ein möglichst hoher Vergrößerungsfaktor ideal ist. So einfach ist es allerdings nicht: Denn je stärker die Vergrößerung, desto stärker wirken sich Körperbewegung, Atmung und Puls auf das Bild aus.. Diese Störungen durch Wackeln und ähnliches kann das Gehirn schlecht kompensieren. Die Grenze für den freihändigen Gebrauch liegt bei 10-facher Vergrößerung. Bei höheren Vergrößerungen ist ein Stativ unumgänglich. Außerdem wichtig: Je stärker die Vergrößerung, desto kleiner ist das Sehfeld. Das macht es schwieriger, bestimmte Zielobjekte anzupeilen. Für die Beobachtung fliegender Vögel zum Beispiel sollte der überschaubare Bereich möglichst groß sein.

Brille nicht berücksichtigt

Brillenträger müssen das Fernglas ihren besonderen Bedürfnissen anpassen. Fast alle Modelle haben verstellbare Augenmuscheln, die von Brillenträgern eingedreht oder umgeklappt werden müssen. Andernfalls stimmt der Abstand zwischen Augen und Fernglas nicht. Helligkeit geht verloren und es ergibt sich unter Umständen kein vollständiges Bild. Natürlich können Brillenträger ein Fernglas auch ohne ihre Brille nutzen – dank der Dioptrienkorrektur. In den meisten Fällen funktioniert folgende Strategie: Peilen Sie einen weit entfernten Gegenstand an und stellen Sie mit der zentralen Schärfeeinstellung zunächst das linke Auge scharf (rechtes Auge schließen oder Hand vor das rechte Okular halten). Danach schließen Sie das linke Auge und stellen mit der Dioptrieneinstellung das rechte Auge scharf.

Breite nicht richtig eingestellt

Die Breite des Fernglases, also der Abstand zwischen den Okularen, muss dem Abstand zwischen den Augen des Betrachters entsprechen. Nur so sehen beide Augen ein vollständiges Bild. Die Einstellung ist ganz einfach, denn Sie müssen lediglich die beiden Hälften des Fernglases näher aneinander oder weiter auseinander bewegen. Anschließend testen Sie, ob die Einstellung richtig ist. Dazu abwechselnd ein Auge schließen, ohne die Position des Fernglases zu ändern. Mit der richtigen Breite sehen Sie mit jedem Auge exakt dasselbe Bild.

Linsen nicht regelmäßig reinigen

Saubere Linsen sind beim Fernglas das A und O. Das beschränkt sich nicht nur auf die Objektivlinsen, denn auch auf den Okularlinsen können sich Wimpern, Schuppen und andere Verschmutzungen absetzen. Im Eifer der schnellen Beobachtungen landen auch schnell mal Fingerabdrücke auf den Linsen. Die sind aber genau so schnell wieder entfernt: Hauchen Sie die Stelle vorsichtig an und wischen Sie mit einem weichen Mikrofasertuch nach. Härtere Verschmutzungen entfernen Sie vorher mit einem feinen Pinsel oder einem kleinen Blasebalg.

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