Tiere und Pflanzen des Jahres 2019

Tiere und Pflanzen des Jahres 2019

Jedes Jahr küren Naturschutz-Organisationen in Deutschland Tiere und Pflanzen, die besondere Aufmerksamkeit verdient haben – zum Beispiel zum Vogel oder Baum des Jahres. Wir haben uns die „Gewinner" in vier Kategorien näher angeschaut.

Vogel des Jahres – Die Feldlerche

Hier haben wir es sogar mit einer Doppelbelegung zu tun, denn die Feldlerche war bereits einmal Vogel des Jahres – 1998. Schon damals wollte der NABU darauf aufmerksam machen, dass der gesangsfreudige Vogel immer seltener wird. Der Erfolg hielt sich allerdings in Grenzen, denn die Bestände schrumpfen nach wie vor. Schuld daran ist vor allem die intensive Landwirtschaft, die auf sehr aufgeräumte Flächen setzt und für Hecken und kleine Waldstücke keine Verwendung hat. Gerade solche Landschaften braucht die Feldlerche aber zum Brüten. In den vergangenen 25 Jahren ist ihr Bestand um ein Drittel zurückgegangen und in vielen Gebieten Deutschlands herrscht bereits völlige Stille auf den Feldern.

Wildtier des Jahres – Das Reh

Das Reh ist bisher keine bedrohte Art, hat aber dennoch mit Problemen zu kämpfen. Das heimliche Tier mit den großen Augen frisst gerne mal junge Bäume an und wird deshalb von vielen Förstern sehr streng bejagt. Und auch der Nachwuchs hat es schon schwer: Die Kitze werden im Mai – also pünktlich zur Grasernte – geboren und verstecken sich dann oft im hohen Gras einer Wiese. Nähert sich ihnen eine Mähmaschine, bleiben sie aufgrund ihres Instinkts regungslos liegen und werden daher oft verletzt oder getötet. Es sind diese Konflikte, auf welche die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihrer Wahl aufmerksam machen möchte.

Insekt des Jahres – Die rostrote Mauerbiene

Die rostrote Mauerbiene ist eine eher unbekannte Frühlingsbotin. Sie tritt nämlich in den ersten warmen Tagen zusammen mit sprießenden Krokussen auf. Die auffallend pelzige Wildbiene nistet in jedem noch so kleinen Hohlraum, den sie finden kann und tritt damit auch oft in der Nähe des Menschen auf. Ihre Nester wurden schon in Türschlössern und sogar in einer Holzflöte gefunden.

Bienen bestäuben etwa ein Drittel aller Nutzpflanzen in der Landwirtschaft und machen damit einen Großteil des Nahrungsangebotes, das wir täglich im Supermarkt vorfinden, erst möglich. Doch das wird nicht mehr lange so bleiben, wenn nicht mehr für den Schutz der Tiere getan wird. Der weltweite Bestand geht beunruhigend schnell zurück, trotzdem ist die öffentliche Aufmerksamkeit für das Bienensterben noch immer eher gering.

Baum des Jahres – Die Flatter-Ulme

Die "Baum-des-Jahres-Stiftung" möchte mit ihrer Wahl einen Baum ins Licht der Aufmerksamkeit rücken, der vielen Menschen bisher unbekannt war. Dabei ist diese Art vor allem im Frühling recht einfach zu erkennen. Ihre langstieligen Blüten hängen in Büscheln an den Zweigen und können demzufolge fröhlich im Wind flattern. Daher hat die Ulme auch ihren Namen. Auf flachem, feuchtem Untergrund bildet sie außerdem die auffälligen „Brettwurzeln". Das sind ausladende Wurzelanläufe, die den Baum aussehen lassen, als hätte er einen integrierten Ständer für mehr Stabilität. Und obwohl die Flatter-Ulme Feuchtigkeit liebt, kommt sie auch mit trockenen Standorten gut zurecht und ist tolerant gegenüber Luftverschmutzung, Streusalz und anderen Einflüssen der Stadt. Vielleicht erobert die Art also in den nächsten Jahrzehnten den urbanen Raum und ist häufiger an Straßen, auf Plätzen und in Parks zu sehen.

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