Der Dachs: Meister Grimbart erwacht

Der Dachs: Meister Grimbart erwacht

Mit dem robusten, grauen Fell und der schwarz-weißen Zeichnung am Kopf ist der Dachs leicht zu erkennen. Er gehört zu den Mardern, erinnert viele mit seiner massigen Statur aber eher an einen kleinen Bären. Ausgewachsene Dachse können einen Meter lang und bis zu 15 Kilogramm schwer werden. So ein großes Tier fällt natürlich auf – trotzdem bekommen wir Menschen den Dachs selten zu Gesicht, denn er ist ein geschickter Heimlichtuer. Sein Lebensraum sind vor allem Laub- und Mischwälder, aber auch Parks und heckenreiches Offenland.

Heimlich und nachtaktiv

Erst, wenn die Nacht hereinbricht, geht der Dachs auf seine vorsichtigen Streifzüge. Vor und während der Nahrungssuche streckt er immer wieder die Nase in die Luft, um nach Feinden und anderen Bedrohungen zu schnüffeln. Liegt Gefahr in der Luft, kann er trotz seiner pummeligen Gestalt blitzschnell verschwinden. Seine Nahrung findet der Dachs am Boden: Er durchsucht die Laubschicht gezielt nach Käfern, Larven und anderen kleinen Tieren. Auch Regenwürmer, Fallobst oder Maiskolben verspeist er gern. Der Dachs ist zwar kein aktiver Jäger, doch wenn er über ein Nest mit Eiern oder ein unvorsichtiges, kleines Säugetier stolpert, wird auch diese Beute nicht verschmäht.

Unterirdischer Architekt

Neben dem Nahrungsangebot ist auch die Beschaffenheit des Bodens im Dachsrevier sehr wichtig. Wenn die großen Marder eines gut können, dann ist es Höhlen graben. Die Pfoten sind mit kräftigen, nach unten gebogenen Krallen ausgestattet. Ein Dachsbau ist ein sehr komplexes System aus Wohnkesseln, Tunneln und Belüftungsschächten. Je mehr verwandte Familien einen Bau bewohnen, desto größer ist er. Es wurden schon Höhlensysteme gefunden, die mehrere hundert Meter groß waren und bis zu 60 Eingänge hatten. Kein Wunder, denn die Dachse bauen ihre unterirdischen Wohnungen ein Leben lang aus und geben sie dann an die nächste Generation weiter. So eine Erbschaft will auch ordentlich gepflegt sein: Die Wohnkessel sind mit weichem Moos gepolstert und ihr Geschäft erledigen Dachse grundsätzlich draußen.

Nachwuchs in der Höhle

Dachse halten keinen richtigen Winterschlaf, sondern eine Art Winterruhe, bei der sie den Bau auch mal verlassen. Zum Ende dieser Ruhephase hin werden bereits die kleinen Dachse geboren, zwischen Januar und März nämlich. Sie kommen im dunklen Bau zur Welt und sind zunächst komplett weiß behaart und blind. Die Mutter säugt ihre Jungen während der ersten Monate und begleitet sie im Frühsommer bei ihrem ersten Ausflug in die Welt.

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