Naturtipp: Narzissenblüte im Nationalpark Eifel

Naturtipp: Narzissenblüte im Nationalpark Eifel

Wie eine zarte, gelbe Trompete sieht sie aus: die Narzisse - sie ist auch unter dem Namen Osterglocke bekannt. Die meisten Menschen kennen die hübsche Pflanze heute als Vorgartenzierde oder als Schnittblume aus dem Laden. In freier Natur begegnet man ihr kaum noch, denn als Wildpflanze ist die Narzisse stark bedroht. Die wenigen Gebiete, in denen sie noch sprießt, haben deshalb einen ganz besonderen Wert und werden streng geschützt.

Die Bachtäler im Nationalpark Eifel

Eines der schönsten letzten Refugien der gelben Wildnarzisse liegt im Nationalpark Eifel. Zwischen Monschau und Hellenthal lässt sie die Naturschutzgebiete Perlenbachtal/Fuhrtsbachtal sowie Oleftal erblühen. Durch die malerischen Täler fließen Bäche, deren Wasser zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert sogar eine Perlenzucht möglich machte. Doch die Geschichte der Täler reicht noch weiter zurück. Etwa 600 Jahre lang gewannen die Landwirte auf den Wiesen Heu für ihr Vieh. Mit einem speziellen Bewässerungssystem leiteten sie das schwebstoffreiche Bachwasser als Dünger auf die Wiesen um. So entstand nicht nur nährstoffreiches Heu, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für verschiedenste Pflanzen – unter anderem die Wildnarzissen.

Bedrohtes Blütenmeer

Doch es gab auch eine Zeit ohne das Blütenmeer: In den 1950er Jahren entschied man sich gegen die Heuproduktion. Stattdessen wurden die Talwiesen mit Fichten aufgeforstet, welche die Wildblumen verdrängten. Doch schon 1976 wurde das Gebiet glücklicherweise unter Naturschutz gestellt. Man entfernte die Fichten, so dass Wildnarzissen, Bärwurz, Arnika und viele andere Pflanzenarten wieder einen Platz zum Blühen bekamen. Heute sind die Täler gerade wegen ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren ein wunderschöner Besuchermagnet.

Perfekte Frühjahrswanderung

Die Gelben Wildnarzissen verwandeln die Täler jedes Jahr zwischen Anfang April und Mitte Mai in ein Blütenmeer. Das Naturschauspiel umfasst dabei über zehn Millionen Blüten. Zu dieser Zeit ist eine Wanderung natürlich ganz besonders reizvoll – zum Beispiel auf der beliebten Narzissenroute in Nordrhein-Westfalen. Sie beginnt an der Höfener Mühle und folgt von dort dem Verlauf des Perlenbachs bis zur Einmündung des Fuhrtsbachs. Über eine Anhöhe geht es weiter ins Naturschutzgebiet bis zum Perlbachstausee.

Wer nicht ganz auf eigene Faust losziehen möchte, kann auch eine geführte Wanderung erleben. Diese Touren dauern etwa drei Stunden und finden bei jedem Wetter statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkte sind (für das Perlenbachtal) das „Naturhaus Seebend" in Monschau-Höfen sowie (für das Oleftal) der Parkplatz „Hollerather Knie" südlich von Hellenthal-Hollerath.

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