Murmeltiere in den Allgäuer Alpen

Murmeltiere in den Allgäuer Alpen

Mit ihren wunderschönen Bergpanoramen, der frischen Luft und unzähligen Kühen auf blühenden Wiesen sind die Allgäuer Alpen ein beliebtes Urlaubsziel. Neben vielen anderen Tieren kann man hier in den Sommermonaten ganz besonders putzige Gesellen beobachten: die Murmeltiere.

Und täglich grüßt...

Murmeltiere fühlen sich auf sonnigen, baumlosen Südhängen ab 900 Höhenmetern wohl. Weiter unten wird es ihnen mit dem dicken Fell und der Fettschicht schnell zu warm. Diese Schicht fressen sie sich in der Zeit zwischen April und Oktober an, um den kräftezehrenden Winterschlaf zu überstehen. Den verbringen die zwei bis vier Kilogramm schweren Nager in ihrem unterirdischen Bau. Dabei kuscheln sie sich eng aneinander und reduzieren ihre Körpertemperatur auf bis zu 7 Grad Celsius! Lockt der Frühling sie wieder ans Tageslicht, sind sie aber umso aktiver. Den ganzen Tag wird dann gemümmelt, was das Zeug hält, Wiesenkräuter wie der Alpenklee stehen ganz oben auf dem Speiseplan.

Von Pfiffen, Adlern und Heu

Murmeltiere sind sehr soziale Tiere und warnen sich durch lautes, schrilles Pfeifen gegenseitig vor Gefahren. Dabei gibt es sogar verschiedene Signale: Einmal Pfeifen bedeutet „Alarmstufe Rot", mehrmaliges Pfeifen soll die Gruppe auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. In solchen Fällen machen die Tiere Männchen und suchen aufmerksam die Umgebung ab. Da jede unnötige Flucht nur wertvolle Energie verschwendet, können die Nager genau zwischen den verschiedenen Bedrohungen unterscheiden. Bei neugierigen Wanderern bleiben sie meist sitzen, solange die sich nicht zu weit in ihr Territorium wagen. Tauchen aber Feinde wie der Fuchs oder der Steinadler auf, gibt es nur noch ein Motto: So schnell wie möglich in den Bau! Auch vor Jägern müssen sich die Murmeltiere (zumindest in Deutschland) nicht fürchten, denn hier genießen sie ganzjährig Schonzeit.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein von @inspire_nature_now geteilter Beitrag am

Ihre Behausungen graben die Tiere mit den kräftigen Pfoten in möglichst weichem Boden. Mit der Zeit entstehen weitläufige Höhlensysteme, die oft über Generationen hinweg vergrößert werden. Im Spätsommer kann man die Murmeltiere bei einer besonders niedlichen Tätigkeit beobachten. Sie beißen Grashalme kurz über der Wurzel ab und legen sie zum Trocknen aus, um Heu zu machen. Damit wird vor Beginn des Winterschlafs der Bau ausgepolstert. Eine Murmeltierfamilie kann bis zu zehn Kilo Heu anhäufen!

Beobachtungstipps

In den Allgäuer Alpen lassen sich die Nagetiere besonders gut beobachten. Sie erwachen Ende April aus dem Winterschlaf und sind dann bis Anfang Oktober aktiv. Sehr gute Chancen hat man bei Hinterstein (Bayern) im Oberallgäu, auf den Wanderwegen rund um das Giebelhaus. Einer führt zum Beispiel auf die rund 1.300 Meter hoch gelegene Bärgündele-Alp, ein anderer in Richtung Laufbichl-Alp. Im Hochsommer bieten sich vor allem der frühe Morgen und der Nachmittag als Beobachtungszeiten an. Leicht bewölktes Wetter ist ideal, denn wenn es den Tieren zu heiß wird, ziehen sie sich in ihre Baue zurück. Weitere Verbreitungsgebiete sind die Berchtesgadener Alpen sowie das Karwendel- und das Wettersteingebirge.

Themenarchiv