Die Höhle der Fledermäuse: Bad Segeberg

Die Höhle der Fledermäuse: Bad Segeberg

Im Kalkberg von Bad Segeberg befindet sich die Segeberger Kalkberghöhle. Sie wurde im Jahr 1913 von Teilnehmern eines Lehrerseminars entdeckt. Diese hatten von Bad Segeberger Kindern von einem Loch in der Nordwand des Berges erfahren und wollten es genauer untersuchen. Die Höhle entstand vermutlich in den letzten 5.000 Jahren durch Wassereinlagerung. Sie ist über zwei Kilometer lang und die zweitlängste Gipshöhle Deutschlands.

Wildes Geflatter und Winterschlaf

Die Höhle ist auch wegen ihrer scheuen Bewohner so bekannt: den Fledermäusen. Rund 800 Tiere nutzen sie als Sommerquartier, doch das ist nichts gegen die Wintermonate. Rund 25.000 Fledermäuse sieben verschiedener Arten verschlafen hier regelmäßig die ungemütliche Jahreszeit. Das macht die Höhle zu einem der größten bekannten Winterquartiere in ganz Europa! Am häufigsten kommen Wasser- und Fransenfledermäuse vor. Zusammen mit den anderen Arten (Bechstein-, Teich- und Große Bartfledermaus sowie Großes Mausohr und Braunes Langohr) kuscheln sie sich in der Höhle ein und werden erst im Frühling wieder aktiv, wenn es draußen genug Nahrung in Form von Insekten gibt. Die verschiedenen Arten kommen gestaffelt in der Höhle an, auch der „Abflugplan" ist genau festgelegt. Seit 1991 geben Lichtschranken Aufschluss über das rege Ein- und Ausfliegen der Fledermäuse.

Besichtigung der Höhle

Um den Tieren die wohlverdiente Ruhe zu gönnen, ist die Höhle von Oktober bis März für Besucher geschlossen. Von April bis September finden täglich Führungen durch die geheimnisvolle Welt der dunklen Gänge und Kammern statt. Besucher erfahren dabei alles Wissenswerte über die Höhle und ihre tierischen Bewohner. Dazu gehört übrigens auch der Segeberger Höhlenkäfer – eine extreme Seltenheit, die weltweit nur in dieser Höhle zu finden ist. Achtung: Auch wenn Sie die Höhle in den Sommermonaten besuchen, sollten Sie an warme Kleidung denken, denn die Temperaturen steigen dort nie über 9 Grad Celcius.

Fledermauserlebnisse im „Noctalis"

Wer vor oder nach der Führung noch mehr erfahren möchte, der ist im Fledermaus-Zentrum „Noctalis" gut aufgehoben. 2006 eröffnet, bietet es eine faszinierende Präsentation über das Leben und die Vielfalt der Fledermäuse. Dabei bleibt es nicht bei der Theorie: Im Noctalis leben über hundert tropische Fledermäuse, so dass der Besucher sie bei ihren akrobatischen Flugmanövern beobachten kann. Da die Tiere nachtaktiv sind, ist eine der vier Etagen als „Noctarium" gestaltet – eine Erlebnisausstellung im Dunkeln. Mit der Taschenlampe in der Hand erforschen die Besucher eine künstliche Fledermaushöhle und tauchen in die geheimnisvolle Geräuschwelt des Nachtwaldes ein. Und auch in den anderen Bereichen der Ausstellung heißt es: Anfassen, Ausprobieren, Fledermäuse neu erleben. Neben den tropischen Tieren gibt es einen weiteren „Star": Foxi Flatterinchen, ein Riesenflughundweibchen. In ihrem Außengehege auf der Terasse kann man sie bei schönem Wetter im wahrsten Sinne des Wortes beim Abhängen beobachten. Indische Riesenflughunde sind nämlich dämmerungsaktiv und hängen am Tag kopfüber in den Bäumen.

„Noctalis" ist von April bis September täglich geöffnet; ein Besuch kann dann mit einer Führung durch die Kalkberghöhle kombiniert werden. Im Oktober gelten dieselben Öffnungszeiten, allerdings nur für das Noctalis. Von November bis März ist vor allem am Wochenende durchgängig geöffnet.

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