Opernhighlights der Spielzeit 2019/20

Opernhighlights der Spielzeit 2019/20
Zwischen großen Gefühlen, wogenden Melodien und spannenden Premieren bewegen sich die deutschen Opernhäuser in der Spielzeit 2019/20.

Deutsche Oper Berlin

Im September 2019 wird es italienisch in der Hauptstadt. Schließlich hat kaum ein anderes Land so viele Meisterwerke der Oper hervorgebracht. Neben Klassikern wie „La Traviata" und „Nabucco" wird auch die konzertante Oper „Adriana Lecouvreur" mit Spannung erwartet. Die Titelrolle – und damit eines der Meisterstücke für jede Sopranistin – übernimmt die vielfach ausgezeichnete Anna Netrebko. Sie verkörpert eine glamouröse Schauspielerin des 18. Jahrhunderts, die in allerlei Intrigen und Herzensangelegenheiten verwickelt wird.
Etwas moderner wird es ab März 2020 mit „Antikrist". Regisseur Ersan Mondtag gibt auf der Berliner Bühne sein Debüt und inszeniert die endzeitliche Kirchenoper des dänischen Komponisten Rued Langgaard. Der Antichrist betritt die Welt und zeigt sich der Menschheit mit vielen verschiedenen Gesichtern. Die mal spätromantische, mal nüchterne Musik ergänzt den symbolträchtigen Text.

Staatsoper Hamburg

Auch im Norden setzt man weiter auf Erfolgskonzepte wie Puccinis „La Boheme", Wagners „Der fliegende Holländer" oder Bizets leidenschaftliche „Carmen". Doch so manche Premiere bringt frischen – und vielleicht sogar ganz unbekannten – Wind in den Spielplan. Angefangen mit Schostakowitschs „Die Nase". Bei der Entstehung der Oper war der Komponist gerade mal 22 Jahre alt, arbeitete als Kinopianist und sah leidenschaftlich gern Trickfilme. Deren sprunghafte Erzählweise findet sich auch in dieser abstrusen Oper wieder, in der ein Barbier eine Nase in seinem Frühstück findet, die ein Beamter verloren hat. Premiere ist im September 2019. Dramatischer wird es jeweils im März und April, wenn „Norma" und „Elektra" Premiere feiern. Die erste ist eine Priesterin im Spannungsfeld zwischen Mann und Frau, Liebe und Glauben, Leben und Tod; die zweite schmiedet Rachepläne und steht vor der Zerstörung ihrer Familie.

Bayerische Staatsoper

Ab November verliert sich in „Die tote Stadt" ein trauernder Witwer in seinen Sehnsüchten, als er auf eine Tänzerin trifft, die seiner verstorbenen Frau verblüffend ähnelt. Komponist Erich Wolfgang Korngold schrieb die Oper als 23-jähriger und wurde schon damals von Puccini als „die stärkste Hoffnung der neuen deutschen Musik" gefeiert. Arien wie „Mein Sehnen, mein Wähnen" haben bereits über die Oper hinaus Kultstatus erreicht.
Märchenhaft wird es passend zur Weihnachtszeit: „The Snow Queen" greift das berühmte Märchen von Hans Christian Andersen auf, allerdings handelt es sich um eine Uraufführung. Der dänische Komponist Hans Abrahamsen hat in mehrjähriger Arbeit sein eigenes Libretto erschaffen und erzählt dem erwachsenen Publikum „eine Reise ins Innerste der menschlichen Seele".

Semperoper Dresden

Rossinis „Die Reise nach Reims" eröffnet in der sächsischen Landeshauptstadt die Spielzeit. 1825 stranden adelige Reisende aus verschiedenen Teilen Europas in einem Luxushotel bei Reims – politische und emotionale Verwirrungen sind vorprogrammiert. Premiere ist am 28. September, eine kostenlose Werkeinführung beginnt 45 Minuten vor der Vorstellung. Im November folgt „Le Grand Macabre" und verspricht ebenfalls ein gewaltiges Durcheinander. In einem fiktiven Land blicken verschiedene Protagonisten dem Weltuntergang entgegen – nur um ihn am Ende in einem kollektiven Alkoholrausch zu verschlafen. Die Semperoper bringt außerdem große Namen wie „Die Meistersinger von Nürnberg" und „Madame Butterfly" zur Aufführung und beendet die Spielzeit mit der Uraufführung von „Die andere Frau". Komponist Torsten Rasch erzählt eine biblische Dreiecksgeschichte und greift gleichzeitig die Entstehung der drei Weltreligionen auf. Wer da gar nicht nah genug am Geschehen sitzen kann, hat Glück, denn Rasch platziert sein Publikum mitten auf der Bühne der Semperoper.

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