Bergsteigen – Tipps für Anfänger

Bergsteigen – Tipps für Anfänger

Die Grundfitness

Wer Bergsteiger sein möchte, muss nicht zum Muskelpaket werden. Die wichtigsten Faktoren sind vor allem Kraft, Ausdauer und Trittsicherheit. Vor dem Übergang in die Senkrechte kann man deshalb schon beim Wandern mit dem Training anfangen. Dazu einfach immer mal wieder die nächst höhere Tour wählen oder dieselbe Distanz in immer kürzerer Zeit zurücklegen.

Geht es dann an das konkrete Training für’s Bergsteigen, bietet sich ein Kurs an, zum Beispiel vom Deutschen Alpenverein (DAV). Die Teilnehmer lernen das richtige Verhalten an der Steilwand, den Umgang mit der Sicherungstechnik und wie sie sich in kritischen Situationen verhalten. So ein Kurs ist optimal, da Anfänger sich niemals allein an einen Berg wagen sollten. Die Kursteilnehmer sind in der Regel in einer Seilschaft unterwegs – das heißt, alle sind durch ein Seil miteinander verbunden und können sich gegenseitig helfen. In der Gruppe kann man zudem gleich neue Kameraden für die kommenden Touren kennenlernen.

Die Vorbereitung

Auch wenn Sie nach all dem Training vor Kraft und Tatendrang strotzen: Übertreiben Sie es nicht. Wählen Sie eine möglichst leichte Tour, der Gipfel sollte nicht höher sein als 2.500 Meter. Brechen Sie keinesfalls allein auf, sondern immer in einer Gruppe. Bei anspruchsvolleren Touren buchen Sie sich einen erfahrenen Bergführer oder schließen sich einer organisierten Gruppe an. Wollen Sie das neue Hobby im Urlaub austesten, finden sich zum Beispiel in Kroatien, auf Kreta, in Korfu, in Tschechien, in Österreich, in der Schweiz oder in Frankreich geeignete Gebiete.

Neben dem Fitnesstraining sollten Sie vor Ihrer ersten Bergtour austesten, ob sie an Höhenangst oder Schwindelgefühl leiden. Das kann ein Bergabenteuer nämlich schnell zum unangenehmen (und lebensgefährlichen) Horrortrip machen. Auch ein Gesundheitscheck beim Arzt kann nicht schaden: Er kontrolliert das Herz-Kreislauf-System und stellt die Höhentauglichkeit des Patienten fest.

Auch die Ausrüstung sollte der ungeübte Bergsteiger nicht leichtfertig zusammenstellen. Gute Wanderschuhe mit steifer Sohle und hoher Stabilität für den Fuß machen vieles angenehmer. Je nach Tour kommen Seile und Gurte, Steigeisen, Funktionskleidung, Sonnenschutz, Medikamente und Notproviant hinzu. Da grundsätzlich möglichst viel Gewicht eingespart werden sollte, lassen Sie sich am besten vom Bergführer beraten.

Wichtigster Tipp: Einfach anfangen!

Bergsteigen gehört zu den Dingen, auf die man sich nur sehr bedingt mit einem Fachbuch auf dem Sofa vorbereiten kann. Der beste Einstieg ist es, einfach loszulegen und so viel wie möglich wandern zu gehen. Wer zu den ganz großen Gipfeln hinauf will, hat in den meisten Fällen sowieso oft die Wanderschuhe an. Aus dieser Leidenschaft (die manche auch als „Einstiegsdroge" in den Bergsport bezeichnen) entwickelt sich dann alles Weitere. Das A und O ist ein sanfter Übergang zu größeren Herausforderungen. Wer sich gleich zu viel zumutet, begibt sich in Gefahr. Mit zunehmender Höhe sinkt nämlich der Luftdruck und damit auch der Sauerstoffgehalt in der Luft. Um das auszugleichen, produziert der Körper mehr rote Blutkörperchen. Die Folge: Das Blut wird dicker, Herz und Lungen müssen intensiver arbeiten. Für geübte Bergsteiger ist das kein Problem, Anfänger könnten aber schnell mit Erschöpfung, Schwindel oder sogar verstopften Gefäßen zu kämpfen haben.

Aber keine Sorge: Mit den vorangegangenen Tipps, Hilfe von einem Profi und einer großen Portion Respekt erreichen Sie Ihre Ziele. Und schließlich soll Bergsteigen vor allem eines: Spaß machen.

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