Die Marksburg am Rhein

Die Marksburg am Rhein

Märchenhaft erhebt sich die Burg auf einem kegelförmigen Berg. Sie überblickt die Häuser des kleinen Ortes am Fuß des Berges, den glitzernden Fluss und die grünen Weiten ringsum, die sich bis zum Horizont erstrecken.

Lage und Geschichte der Burg

Was wie der Beginn des Drehbuchs eines romantischen Ritterfilms klingt, kann man im Rheintal mit eigenen Augen sehen. Die beschriebene Burg ist die Marksburg und der Berg, auf dem sie thront, ist genauer gesagt ein Schieferkegel, der die Mitte des Ortes Braubach bildet. Die rund 3.000 Einwohner starke Gemeinde liegt am Ostufer des Rheins in Rheinland-Pfalz, zwischen Bingen und Koblenz.

Die wichtigste Besonderheit der Marksburg: Sie ist eine vollständig erhaltene mittelalterliche Wehranlage. In der Region (die nicht umsonst UNESCO-Weltkulturerbe ist) stehen zwar jede Menge Burgen, aber die meisten sind „Neubauten" aus dem 19. oder 20. Jahrhundert. Sie wurden in Kriegen zerstört oder fielen einfach der Vernachlässigung zum Opfer, weil irgendwann niemand mehr in ihnen lebte. Dieses Schicksal blieb der Marksburg erspart. Ihr Grundriss stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert, ihr heutiges Aussehen verdanken wir dem 14. Jahrhundert. 1479 wurde sie außerdem, mittlerweile im Besitz von Hessen, zur wehrhaften Bergfestung ausgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) nahm sie, anders als viele andere Burgen am Rhein, keinen Schaden. Ab der Herrschaftszeit Napoleons geriet die Burg etwas in Vergessenheit, bis sie im Jahr 1900 von der Deutschen Burgenvereinigung erworben wurde – für einen heutigen Preis von etwa 15.000 Euro. Bis heute hat die Deutsche Burgenvereinigung ihren Sitz in der Marksburg und setzt sich von dort aus für den sachgemäßen Erhalt von Schlössern und Burgen ein.

Ein Tag in der Vergangenheit

Wer zur Marksburg hinaufsteigt, sieht schnell, dass sie aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt ist. Um den heute 40 Meter hohen Bergfried (den Hauptturm) ordnen sich mehrere Gebäude, Zwinger und Bastionen sowie der Kräutergarten mit über 150 Nutz- und Zierpflanzen, die im Mittelalter verwendet wurden. In den Sommermonaten finden in kleinen Abständen Führungen statt (Dauer etwa 50 Minuten), bei denen die Besucher auch die Innenräume erleben können. Dazu gehören Burgküche, Rittersaal, Kemenaten (heizbare Räume; von „Kamin"), Kapelle, Rüstkammer, Weinkeller, Wehrgänge und Turmstuben. In der Rüstkammer zeigt eine Ausstellung die Entwicklung des gepanzerten Kriegers von der Antike bis zur Frühen Neuzeit. Im Rittersaal lässt sich das höfische Leben der Burgherren nachempfinden. Man sprach und speiste hier an einer langen Tafel, die nach dem Mahl wieder hinausgetragen wurde – daher auch der Ausspruch „die Tafel aufheben".

Neben der Zeitreise ins Mittelalter, die eine Führung durch die Burg ermöglicht, lohnt sich der Aufstieg allein schon für den Ausblick über das Rheintal. In den Sommermonaten ist der Besucheransturm ziemlich groß – wer zwischen Juni und August kommen möchte, sollte das also möglichst nicht am Wochenende tun. In etwas ruhigerer (aber genauso schöner!) Atmosphäre lässt sich die Burg im Frühling oder Herbst erleben und auch der Winter hat seine Reize. Führungen werden täglich außer am 24. und 25. Dezember angeboten.

Abstecher ins schöne Braubach

Wenn Sie sich die Burg anschauen, sollten Sie den Ort Braubach nicht links liegen lassen. In den romantischen Gassen der Stadt finden sich Fachwerkhäuser und Überreste der mittelalterlichen Stadtfestung. Besonders interessant: die Martinskapelle aus dem 11. und die Barbarakirche aus dem 13. Jahrhundert. Am südlichen Stadtausgang von Braubach liegt außerdem Schloss Philippsburg. Wer einen Spaziergang unternehmen will, kommt auf dem Burgenlehrpfad über 14 Stationen vom Schloss Philippsburg zur Marksburg. An den Stationen informieren Tafeln über Themen wie die Entwicklung der Burgen, Wasserversorgung, Essen und Trinken im Mittelalter sowie den Alltag auf der Burg.

Also: Sollten Sie mal ins Mittelrheintal kommen, statten Sie Braubach und der Marksburg einen Besuch ab und tauchen Sie in die Geschichte der Ritter ein, die hier lebendig geblieben ist.

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Closeup of the #marksburg during the last minutes before sunset. . Die Marksburg während der letzten Minuten des Sonnenuntergangs.

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