Weitwandern zwischen den Elementen: Der Lechweg

Weitwandern zwischen den Elementen: Der Lechweg

Auf dem Lechweg genießt der Wanderer nicht nur fantastische Panoramen, Seen und Wasserfälle, sondern auch die Geschichten und Traditionen von Menschen, deren Leben vom Lauf des Flusses geprägt wird.

Weit- und Wasserwandern in Einem
125 Kilometer ist er lang, der Lechweg. Seinen Namen hat er vom Fluss Lech, dem der Wanderer von der Quelle in Vorarlberg bis zum Lechfall in Füssen (Allgäu) folgt. Auf den ersten Etappen ist der Lech noch ein frei fließender Gebirgsbach und wird schließlich immer breiter. Das Gluckern seines klaren Wassers führt den Wanderer durch das liebliche Tiroler Lechtal, vorbei an Seen und Wasserfällen, über Hängebrücken und zu Schlössern und Burgen. Natürlich kann sich auch die Flora und Fauna in ihrer faszinierenden Vielfalt sehen lassen. Der Naturpark Tiroler Lechtal erhielt 2017 den Titel „Österreichischer Naturpark des Jahres".

Ausstattung des Lechwegs
Der Weg ist normalerweise in 7 Etappen eingeteilt. Wer es gemütlicher angehen möchte, kann diese auch in 15 kleinere Abschnitte umwandeln. Die Wegmarkierungen sind in sehr gutem Zustand, so dass sich niemand lange mit Smartphone oder Wanderkarte aufhalten muss. Hier rückt das reine Naturerlebnis in den Vordergrund! Daher kann man sich auch in kulinarischer Hinsicht entscheiden: Essen in einem der gemütlichen Gasthäuser oder romantische Selbstversorgung an den öffentlichen Lagerfeuerstellen? Auch für die Übernachtungen zwischen den Etappen stehen gut ausgestattete Hütten zur Verfügung. Der Lechweg ist zwischen Juni und Anfang Oktober begehbar. Ab Mai gibt es eine verkürzte Variante zwischen Warth/Steeg und Füssen.

Formarinsee – Lech am Arlberg
Schon am Startpunkt des Lechweges kann der Wanderer über einen wunderschönen See staunen: den über 1.77 Meter hoch gelegenen Formarinsee am Fuß der „Roten Wand". Von hier geht es über Almwiesen und kleine Brücken nach Lech am Arlberg.

Lech - Gehren
Überhaupt ist der Lechweg eine Tour der Brücken. Auch auf dem Weg zum Etappenziel Gehren lassen sich verschiedene Brücken überwinden, darunter eine Hängebrücke über den Krumbach.

Gehren - Holzgau
Die dritte Etappe liegt bereits komplett in Tirol. In Gehren beginnt ein beeindruckender Panoramaweg, der schließlich auf den höchsten Punkt der Etappe führt (1.560 Meter). Nach einer Rast mit Ausblick führt der Abstieg hinunter zum Ufer des Lech, der zum nächsten Etappenziel Holzgau führt.

Holzgau - Elbigenalp
Die vierte Etappe beginnt mit einer Herausforderung, zumindest für nicht ganz Schwindelfreie. Eine 110 Meter hohe Hängebrücke führt über die Höhenbachschlucht. Wem mulmig zumute ist, der kann aber auch außen herum gehen. Ein Punkt der Etappe ist die Talstation der Jöchelspitzbahn. Wer sich für das Leben der Tiroler Bergbauern interessiert, kann sich von ihr zum „Bergheumuseum" bringen lassen. Danach geht es am Lechufer weiter nach Elbigenalp (übrigens eine Hochburg der Schnitzkunst).

Elbigenalp – Stanzach
Immer weiter am Lech entlang führt die fünfte Etappe auf Waldwegen zum Freischwimmbad Häselgehr. Wer hier ein paar Bahnen schwimmt, bekommt einen fantastischen Gebirgsblick mit dazu. Zu langweilig? Ab Häselgehr kann man auf Rafting umsteigen und einen Teil der Route mit dem Boot zurücklegen. An Geschwindigkeit und Abenteuerfaktor legen Sie so auf jeden Fall zu! Die ruhigere Variante führt über verschiedene Weiler, den Doser Wasserfall und die Lechbrücke nach Stanzach.

Stanzach – Wängle
In der sechsten Etappe wird der Lech schon zunehmend wilder. Schotterbänke und eine reiche Ufervegetation bilden die typische Wildflusslandschaft. Hier lassen sich Vogelarten wie Flussuferläufer oder Flussregenpfeifer sehr gut beobachten. Fernglas nicht vergessen! Sie wandern weiter, am Baggersee vorbei nach Weißenbach und von dort zum Ausgang der Rotlechschlucht. Über Ehenbichl und Höfen geht es schließlich zum Etappenziel Wängle.

Wängle – Füssen
Die letzte Etappe ist noch einmal mit einigen Highlights gespickt. Aus Wängle führt der Höhenpanoramaweg zum Frauensee. Dieser wildromantische Bergsee liegt versteckt im Wald und bietet sich für eine Badepause an. Wer dann Hunger hat, kann in der Frauenseestube auf eine Brotzeit einkehren. Weiter geht es nach Hinterbichl, wo der Lech erneut überquert wird. Auf kleineren Pfaden geht es nun durch kühle Wälder, so dass man die Grenzüberquerung Österreich – Deutschland kaum bemerkt. Sie folgen der Beschilderung in Richtung Alpsee und werden bald mit einem märchenhaften Blick auf Schloss Neuschwanstein belohnt. Nun ist es nicht mehr weit bis zum letzten Abstieg des Weges – hinunter zum Lechfall bei Füssen. Hier ergießt sich der Fluss über eine im 18. Jahrhundert angelegte Staustufe in eine enge Schlucht. Ein Steg führt direkt über den Wasserfall. In Füssen selbst können Sie sich von der Wanderung erholen und dann einen Bummel durch die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Gassen und den Barockkirchen machen. In Füssen bietet sich dann schließlich die Abreise mit der Bahn an.

Impressionen: