Ein Tag in Fulda

Ein Tag in Fulda

Die Geschichte Fuldas beginnt sehr früh und ist eng mit der Christianisierung verbunden. Im 8. Jahrhundert wurde Bonifatius in die Gegend des heutigen Fulda geschickt. Sein Auftraggeber war kein Geringerer als der Papst. Bonifatius sollte den römisch-katholischen Glauben in die Gegend bringen und die germanischen Stämme dort missionieren. Dazu gründete er unter anderem ein Kloster. Dieses entwickelte sich unter seinem Schüler Sturmius weiter und schließlich siedelten sich auch die ersten Bauern und Handwerker an. Als Stadt wurde Fulda im Jahr 1114 zum ersten Mal erwähnt. Übrigens: Noch heute finden sich in Fulda Darstellungen von Bonifatius und seinem Schüler. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten!

Im Lauf der Jahrhunderte hat Fulda vieles gesehen und erlebt, darunter Bauernkriege, Hexenprozesse und die allmähliche Verwandlung in eine prunkvolle Barockstadt. Im 18. Jahrhundert entstanden sowohl der berühmte Dom als auch das prächtige Stadtschloss. Beide zählen heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Fulda.

Dom und Michaelskirche

Der Dom St. Salvator ist innen wie außen ein wunderschönes Beispiel der barocken Baukunst und das berühmteste Wahrzeichen Fuldas. Da sich hier das Grab des Heiligen Bonifatius befindet, kommen bis heute Wallfahrer aus Nah und Fern zum Dom. In nur acht Jahren (1704 bis 1712) erbaute Johann Dientzenhofer den Prachtbau im Stil des italienischen Barock. Der helle Innenraum beeindruckt mit seinem barocken Hochaltar, der prächtigen Kanzel und einer üppigen Kuppel. Zwischen Mai und Oktober sowie in der Adventszeit gibt es jeden Samstag ab 12 Uhr eine Orgelmatinee.

Ganz in der Nähe des Doms steht die Michaelskirche. Sie ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands und stammt ursprünglich aus dem Jahr 819. Obwohl sie natürlich viel kleiner als der Dom ist, lohnt sich ein Besuch, vor allem wegen des ungewöhnlichen Rundbaus um den Altar.

Stadtschloss mit Garten und Orangerie

Fulda ist eine Stadt der kurzen Wege: Direkt gegenüber vom Dom liegt der Zugang zum Schlossgarten. Hier präsentiert sich das Stadtschloss mit seinen drei Flügeln. Es ist ein Beweis für Johann Dientzenhofers Fleiß, denn er erbaute es gleichzeitig mit dem Dom. Das Schloss kann auch von innen besichtigt werden und beherbergt unter anderem den Fürstensaal und eine original eingerichtete Fürstenwohnung aus dem 18. Jahrhundert. Der weitläufige Schlossgarten ist zur Hälfte wie ein strenger Barockgarten im französischen Stil gestaltet. Im hinteren Bereich öffnet sich ein Landschaftspark mit alten Bäumen und einem kleinen See.

Beim Schloss findet sich auch die Orangerie. Das prächtige Gebäude diente einst als Schauplatz für die Sommerfeste der Fürsten. Im Winter wurden hier die empfindlichen Zitronen- und Orangenbäumchen einquartiert. Heute lockt vor allem der Apollo-Saal mit seinen weißen Säulen und dem pompösen Deckengemälde viele Besucher an. Wer die schöne Räumlichkeit eher für sich haben will, sollte früh aufstehen und das Frühstücksbuffet nutzen.

Die Altstadt

In der Innenstadt von Fulda fällt vor allem das Alte Rathaus mit seiner verspielten Fachwerkfassade ins Auge. In der Kanalstraße kann man neben einem Stück der mittelalterlichen Stadtmauer auch den „Hexenturm" entdecken. Er ist 14 Meter hoch und wurde als Wächterturm gebaut. Es gibt Gerüchte, dass hier die Frauen festgehalten wurden, die man für Hexen hielt – dies ist jedoch nicht belegt. Tatsächlich wurden die vermeintlichen Hexen meist im Stadtschloss eingesperrt. Wer mehr über die Hexenverfolgung erfahren möchte, kann eine Stadtführung mit diesem Thema buchen. Am Marktplatz „Unterm Heilig Kreuz" steht die Stadtpfarrkirche St. Blasius. Ihr Bau begann erst 1770, sie ist daher die jüngste Kirche in Fulda. Der elegante Innenraum lässt sich kostenlos besichtigen.

Fulda: Zu jeder Jahreszeit reizvoll

Wer zum Schluss noch Energie hat, der kann den Frauenberg erklimmen und eine wunderbare Aussicht über Fulda und die Rhön genießen. Hier liegt auch das Franziskanerkloster mit seinem Garten. Ein passender Abschluss für einen Tag in Fulda. Übrigens hat die Stadt zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Im Frühling erstrahlen Park und Schlossgarten in frischem Grün, im Sommer lockt der Dahliengarten beim Dom mit seinem Blütenmeer, im Herbst lassen sich goldene Tage in Fulda erleben und wer den Dom einmal unter einer Schneedecke gesehen hat, weiß auch den Winter zu schätzen. Also: Auf nach Fulda!

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