Lissabon im Winter

  Lissabon im Winter

Lissabon gehört schon länger zu den beliebtesten Urlaubszielen Europas. „Overtourism" ist ein Wort, das hier erfunden worden sein könnte.

Den Menschenmassen entgehen

Im Sommer übersteigt die Anzahl der Touristen manchmal die der Einwohner. Die Folgen sind denkbar unangenehm: anstrengendes Menschengewühl bei Extremtemperaturen, stundenlanges Anstehen, überfüllte Züge und Straßenbahnen. Und auf dem Portas del Sol, dem balkonartigen Platz, der für seine Aussicht berühmt ist, kommt man nicht einmal bis zum Geländer durch.

Wer sich darauf zurückbesinnt, dass Urlaub eigentlich Erholung bringen soll, wird Lissabon bei solchen Aussichten wohl resigniert von seiner Wunschliste streichen. Aber das muss nicht sein. Das Zauberwort lautet: Nebensaison. Oder besser gesagt: Winter.

Lissabon im Winter: Frühlingstemperaturen und Wellen

Das Wetter ist natürlich nicht mit der gleißenden Sonne des Hochsommers vergleichbar, aber immer noch sehr angenehm. Es herrschen Frühlingstemperaturen zwischen 15 und 20 Grad, tagsüber ist ein Stadtbummel im T-Shirt möglich. Ab und an gibt es einen Regentag, aber der lässt sich dann gut mit einem Museumsbesuch oder einer Tour durch die kleinen Bistros und Pastelarias überbrücken. Bei bewölktem Himmel und in der Nacht kann es auch mal empfindlich kalt werden. Deshalb den dicken Pullover nicht vergessen und nachfragen, ob Hotel oder Ferienwohnung mit einer Heizung ausgestattet sind.

Wenn doch mal ein Wintersturm tobt, können Sie es sich drinnen gemütlich machen – oder nach Nazaré fahren. An der Küste des kleinen Städtchens türmen sich bis zu 30 Meter hohe Wellen auf – perfekte Bedingungen für die Surfer, die sich dann dort tummeln und ihr spektakuläres Können zeigen.

Lissabon in Ruhe genießen

Ansonsten ist das Fehlen der Touristenströme überall spürbar. Die Stadt kommt wieder zum Atmen und die kleinen Gassen und Winkel lassen sich ganz in Ruhe erkunden. Auch die legendäre Tramlinie 28 (praktisch, um in die Viertel Alfama und Graça zu kommen) und der historische Santa Justa Lift (fährt in die Lissaboner Oberstadt) sind viel weniger überlaufen. Im Sommer steht man nicht selten eine Stunde lang Schlange, um einzusteigen.

Und auch an den Pastelarias sind die Schlangen wesentlich kürzer. Das typischste Gebäck sind die Pastéis de Nata, kleine warme Puddingtörtchen. Aber es gibt eine Vielzahl süßer und herzhafter Teigteilchen mit den unterschiedlichsten Füllungen. Die Spezialität im Winter: Bolo Rei, ein Kuchen mit kandierten Früchten. Dazu ganz klassisch einen Galao (Milchkaffee) und schon lässt sich auch ein Regennachmittag in Lissabon sehr gut aushalten!

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