Wer hat eigentlich das Fernglas erfunden?

Wer hat eigentlich das Fernglas erfunden?

Ob wir Vögeln dabei zusehen, wie sie in den frühen Morgenstunden gen Süden ziehen, Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum bestaunen, oder vom Rang aus ein spannendes Fußballmatch verfolgen: Ferngläser ermöglichen in vielen Situationen ein hautnahes Erleben, als wären wir mittendrin. Besonders bei Tierbeobachtungen können wir so unvergessliche Momente erleben, ohne die wildlebenden Waldbewohner zu stören. Wem haben wir also diese tolle Erfindung zu verdanken? Die Antwort lautet: Sehr vielen klugen Köpfen, die bestehende Erfindungen immer weiter verbesserten.

Eine holländische Erfindung 

Das erste Doppelfernrohr (für beidäugiges Sehen) entwickelte der Brillenmacher Hans Lipperhey und stellte dieses stolz um 1608 in Den Haag vor. In den darauffolgenden Jahren wurde es von Galileo Galilei weiterentwickelt. Blickte man durch das Linsensystem erhielt man zwar ein aufrechtes Bild, jedoch wies dieses ein relativ kleines Sichtfeld auf. Besonders erfolgreich waren die Sehinstrumente daher nicht. Neben der unhandlichen Bedienung wiesen die damaligen Teleskope sicherlich, aufgrund der noch nicht so weit fortgeschrittenen Herstellungstechnik, eine mindere Abbildungsqualität auf.

Mit Kepler hinauf zu den Sternen

Im 17. Jahrhundert beschrieb der Astronom Johannes Kepler eine Bauweise eines Fernrohrs, welches über ein größeres Gesichtsfeld des als das Galilei Fernglas verfügte und eine seitenverkehrte, auf dem Kopf stehende Abbildung lieferte. Christoph Scheiner setzte den Entwurf Keplers erstmals um. 

Der Vorgänger unseres heutigen Fernglases

Darauf folgte 1825 die Entwicklung von J.P. Lemiere, welcher das erste binokulare Teleskop erfand. Im gleichen Jahrhundert meldete der italienische Offizier Ignaz Porro ein Patent für ein monokulares Fernrohr mit Prismenumkehrung an. Die “Porroprisma”-Technologie konnte die 180 Grad Drehung des Keplerschen Fernrohrs umdrehen und sorgte somit für eine seitenrichtige Abbildung und gleichzeitig für ein erheblich breiteres Sehfeld. Auf dieser technischen Neuerung basiert ein Großteil der modernen Handferngläser, auch wenn heutzutage zumeist andere Prismensysteme zum Einsatz kommen.

Sie ermöglichte nämlich die Herstellung von handlichen Geräten, die zugleich über ein großes Sehfeld verfügten. Noch schlanker wurden die Feldstecher mit der Erfindung von “Dachkant” Prismen, die gleichzeitig einen größeren Objektivdurchmesser möglich machten. Moritz Hensoldts Innovation wurde im Jahr 1905 patentiert. 

Diesem geballten Erfindergeist verdanken wir also die leichtgewichtigen Ferngläser, die flexibel in der Handhabung sind und uns ohne größeren Aufwand überall hin begleiten können.  Sind Sie noch auf der Suche nach einem passenden Fernglas? Dann schauen Sie doch einmal bei einem Eschenbach-Fachhändler in Ihrer Nähe vorbei. Hier werden Sie fachkundig beraten und finden garantiert ein Fernglas, welches genau Ihren Bedürfnissen entspricht. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Themenarchiv