Schneeweiße Tarnung: Hermelin, Polarfuchs und Schneehase

Schneeweiße Tarnung: Hermelin, Polarfuchs und Schneehase

Wenn im Winter dicke Flocken auf den Boden segeln und sich die Felder weiß einfärben, passen sich vor allem in den nördlichen Gefilden die Tiere an die Winterzeit an. Manche Tierarten wechseln zur besseren Tarnung sogar ihr Fell von brau-grau zu weiß. Wir möchten Ihnen drei tierischen Vertreter vorstellen, die diesen Farbwechsel alljährlich vollziehen.

1. Hermelin

Das wieselartige Hermelin kommt aus den gemäßigten Klimazonen in der Nähe der Arktis. Es bevorzugt offene Landschaften mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten wie Hecken, Büsche und kleine Wäldchen, um sich vor größeren Greifvögeln in Sicherheit zu bringen. Teilweise findet man es auch in bergigen Landschaften und menschlichen Siedlungen.

Der Körperbau des Hermelins entspricht dem eines Marders. Sein Fell färbt sich im Winter von Braun auf Weiß. Ausschließlich die Fellspitze bleibt schwarz. In arktisnahen Gebieten, in denen dauerhaft Schnee liegt, behält das Hermelin seine weiße Färbung ganzjährig.

2. Polarfuchs

Der Polarfuchs, der dem Rotfuchs mit Ausnahme des dichteren Fells sehr ähnlich sieht, ist im nördlichen Europa, Kanada, Alaska, Russland und Grönland zu Hause. In diesen Gebieten erträgt er Temperaturen bis zu -70 Grad Celsius. Was die Nahrung angeht, ist der Polarfuchs alles andere als wählerisch: Er frisst aufgrund seines hohen Energiebedarfs alles, was ihm vor die Schnauze beziehungsweise in die felligen Pfoten kommt.

Wie Hermeline passen auch Polarfüchse ihren Pelz im Laufe der Jahreszeiten dem weißen Schnee an. Bei manchen Tieren färbt sich das Fell von Braun auf Grau mit einem bläulichen Schimmer, weshalb sie „Blaufüchse“ genannt werden. Um perfekt auf die Bedingungen der bitterkalten Umgebung angepasst zu sein, besteht ihr Haarkleid größtenteils aus Unterwolle.

3.    Schneehase

Ein echter Lebenskünstler ist auch der Schneehase: In den nördlichen skandinavischen und sibirischen Gebieten lebt er – anders als viele seiner Artgenossen – oberirdisch statt unterirdisch. Das ist angesichts seiner langen Liste von Fressfeinden besonders beachtlich. Im Winter ernähren sich die schneeweißen Hasen von Knospen, Rinde und Wurzeln.

Oft wurden schon Schneehasen in der Frühlingszeit beobachtet, die gerade ihr Winter- gegen ihr Sommerfell eintauschen und daher weiß-grau gefleckt sind. Ebenso gibt es Schneehasen, die ihr Winterfell immer tragen.

Was ist der Auslöser für den Fellwechsel?

Der Grund für den Fellwechsel ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, vor allem der „inneren Uhr“ der Tiere, (der auch beim Vogelzug eine große Rolle spielt) und äußeren Umständen, wie dem Wetterwechsel, die von Tier zu Tier unterschiedlich gewichtet sind.

Vollzieht sich der Fellwechsel verstärkt nach der inneren Uhr der Tiere, sind jene mit vielen Fressfeinden besser geschützt, wenn sich der Umschwung der Jahreszeiten immer ungefähr zur gleichen Zeit vollzieht. Schneit es jedoch sehr früh, beispielsweise schon im Oktober, setzt sich ihr noch braunes Fell sehr stark von der Umgebung ab, was besonders Schneehasen ins Visier von Fressfeinden bringt. 

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